Aus dem Landschreiber-Archiv

 Anlässlich der Verleihung des Kulturpreises der Verbandsgemeinde Wörrstadt am 5. November 2022 in der Saulheimer Sängerhalle hielt Stefan Haßler,
der 1. Beigeordnete der VG, die Laudatio auf die Landschreiber.

Laudatio Landschreiber

 

Man gebe ihnen ein Stichwort und sie versammeln Rheinhessen zu einer Kulturtour durch die Region: Die Landschreiber sind erst seit einigen Jahren als Gruppe zusammen. Genauer gesagt seit 2013. Und doch kennt sie in Rheinhessen mittlerweile wohl jeder, der sich auch nur im Ansatz für regionale Kultur und Kulturevents interessiert und aufmerksam verfolgt, was sich in dieser Hinsicht in der Region tut.

Und schon das zeigt eindrucksvoll, wie viel diese kreative Gruppe von Autoren in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt hat. Immer brandaktuell, immer tief mit Rheinhessen verbunden, immer so vielfältig, wie sie selbst eben auch sind. Ich freue mich, sie und ihr Werk ihnen heute ein bisschen genauer vorstellen zu können.

Da wäre zum Beispiel Roswitha Wünsche-Heiden. Ein Name, den viele auch aus der AZ kennen, schließlich ist sie schon lange Mitarbeiterin der Zeitung. Man kann getrost sagen, dass das Schreiben eine Leidenschaft für sie ist. Roswitha Wünsche-Heiden ist nämlich schon viel länger für Texte aller Art bekannt. Vor allem für alles rund um das Thema Theater. Nicht umsonst mischt sie in der Nachbarverbandsgemeinde Alzey-Land auch intensiv bei den Theatertagen mit. Theaterstücke schreibt sie für Schülergruppen genauso wie für die Laienspielgruppe der Erbes-Büdesheimer Landfrauen. Auch damit macht sie sich um die Kultur in der Region und um die Kulturschaffenden in der Region verdient. Roswitha Wünsche-Heiden hat aber auch einen Erzählband unter der schönen Überschrift „Wendepunkte“ veröffentlicht. Wie wir alle wissen, begleiten uns Wendepunkte in der viel zitierten Form von „Zeitenwende“ aktuell ja sehr. Roswitha Wünsche-Heiden präsentiert in ihrem Erzählband einige sehr berührende Wendepunkte, die ich ihnen neben ihren Texten für die Landschreiber ans Herz legen möchte.

Da ist aber auch Ulla Grall. Mitten in der Verbandsgemeine, in Armsheim, zuhause. Für manche ist sie immer eine der ersten, die einem einfallen, wenn es um Fachwissen rund ums Gärtnern geht. Ihre große Leidenschaft neben dem Schreiben. Aber Ulla Grall gelingt es immer wieder, einen stets kritischen, stets kreativen Geist für Themen aller Art zu finden.

Karin Kinast, ebenfalls in Armsheim zuhause, mit Wurzeln in Wien, ist auch so ein Tausendsassa der Landschreiber. Wenn sie in den vergangenen Jahren nicht für die Redaktion der AZ unterwegs war, war die Chance groß, dass sie gerade an einem literarischen Text arbeitet. Ein Lyrikband, Kinderbücher, die Rheinhessens Wahrzeichen, den Trullo, schon im Titel tragen, das alles gehört zu ihrem literarischen Portfolio.

Gerdy Bormet setzt sich schon seit Langem dafür ein, dass Literatur ihren Platz in der Gesellschaft hat und bringt Menschen dafür zusammen. In Alzey hat sie das Literaturcafé im Frauenzentrum mitgegründet. Seit ihrer Jugend schreibt sie Geschichten und Gedichte, unter anderem für ein Kindermärchen und ein Musical.

Uwe Jung ist in Rommersheim zuhause. Seit vielen Jahren nutzt er seine Freizeit, um Kurzgeschichten zu verfassen, und das besonders oft in rheinhessischer Mundart. Da liegt es nahe, dass er auch regelmäßig am rheinhessischen Mundartwettbewerb teilnimmt, der sicher vielen von Ihnen ein Begriff ist.

Der Saulheimer Eberhard Gladrow hingegen kommt eigentlich aus der Naturwissenschaft. Doch längst hat er die Leidenschaft für das literarische Schreiben für sich entdeckt. Und dabei schaut er ganz genau hin, greift das Ungewöhnliche, das Schräge auf, das ihm begegnet. Was daraus entsteht ist eine große Zahl an Kurzgeschichten. Lektüre, die abwechslungsreich und durchaus auch überraschend ist.

Bärbel Triebel bezeichnet sich selbst als Wahlrheinhessin mit Ruhrpott-Migrationshintergrund. Ruhrpott und Rheinhessen, der uns allen wohl bekannte Jürgen Klopp würde vermutlich sagen, dass das eine ziemlich gute Mischung ist. Und wer will dem in Rheinhessen schon widersprechen? Bärbel Triebel nimmt das Beste aus beiden Regionen, schreibt mal über Rheinhessen, mal aber auch ganz in der wunderbaren Mundart ihrer Heimatregion. Immer aber mit dem Blick für das Alltägliche und humorvolle.

Sie sehen, die Autoren sind so vielfältig wie Rheinhessen selbst. Die Landschreiber sind als Gruppe stark, ergänzen sich, werden gemeinsam kreativ und ich freue mich, wie sehr sie mit ihrem Engagement die Kulturszene in Rheinhessen seit Jahren bereichern. Die Landschreiber verkörpern auf ihre Art, was die Region als Ganze seit 2016 auf ganz anderen Feldern erreichen will: Gemeinsam vorankommen und so stärker agieren können. Ihr dabei stets kreativer Ansatz, die Region und ihre Themen zu präsentieren, hat die Jury überzeugt. Deshalb geht der Sonderpreis Kultur in diesem Jahr auch an die Landschreiber.

Herzlichen Glückwunsch!

 

Mit freundlicher Genehmigung:

A. Pleic, VRM Leiterin Redaktion Rheinhessen-Nord,

S. Haßler, 1. Beigeordneter Verbandsgemeinde Wörrstadt

Download der Laudatio als pdf-Datei  

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